Milchkühe

Im Jahr 2016 haben Tobias und Franziska entschieden den Betrieb zu übernehmen und den Milchviehstall geplant und schließlich entgegen vieler „Gegenstimmen“ gebaut.

 „Es war unser Wunsch und auch der Wunsch von Josef immer schon. Für uns Sprach nichts dagegen!“ Für manche wirkte es wie ein Rückschritt von Mutterkühe auf Milchkuhhaltung umstellen, aber für uns ein Weg in die Zunkunft.

Seit Januar 2017 werden nun auf dem Wagner- Hof 50 Milchkühe gehalten. Sie sollen jedes Jahr ein Kalb bekommen, dazu die Färsen zur Nachzucht und Ochsen zur Schlachtung und ein Deckstier.

In Bayern ist die Rasse Fleckvieh daheim, somit hat auch auf dem Wagner- Hof diese Hausrasse ihre Heimat gefunden. Fleckvieh gilt als Zweinutzungsrind, bei dem in der Zucht Milch- und Fleisch gleichermaßen eine Rolle spielt. Rassetypisch ist der weiße Kopf, gelegentlich mit Augen- oder Backenflecken, weiße Beine und der weiße Unterbauch.

Die Kühe sollen saisonal kalben, so dass die meisten Kälber zwischen November und Ende Januar zur Welt kommen. Dies Bedeutet für uns eine extreme Arbeitsspitze, aber auch die 100% Aufmerksamkeit auf die Kalbesaison und zu jeder Kuh und jedem Kalb. Die Kälber verbringen den ersten Winter im Kuhstall, dort werden einige von einer Amme aufgezogen, dass bedeutet mehrere Kälber dürfen an einer Kuh saufen und andere Saufen an dem sog. „neuseeländischen Tränke System“. Hierbei saufen ca. 10 Kälber gleichzeitig an einer Tränke, die das Saugbedürfnis stillt.

Die Wintersaison über sind die Kühe somit mit ihren Kälbern im neuen Stall. Das Jungvieh und die älteren Färsen kommen in den Stall am Hof. Die komplette Rinderherde wird im Sommer ausschließlich mit Gras durch Vollweidehaltung gefüttert. Je nach Witterung beginnt die Weidesaison auf Kurzrasenweide im März und endet erst Anfang November. Deshalb ist die Abkalbung auch saisonal gelegt, da die Kühe so dem Rhythmus des Jahreskreislaufs angepasst sind. Sie werden im Winter leistungsorientiert mit Heu und Grassilage gefüttert, die mit etwas Kraftfutter ergänzt werden kann.

Im Frühjahr ist die Fütterung durch reines Weidegras ausreichend für eine hohe Leistung und im Sommer, wenn auf unserem Standort die Trockenheit einsetzt, sinkt die Leistung langsam. Im Spätsommer und Herbst kommen die Kühe dann zum Trockenstellen, d.h. sie werden nicht gemolken oder einfach der „Kuhurlaub bis zum nächsten Kalb“. In dieser Zeit ist eine magere Fütterung optimal.

Die Weiden befinden sich alle in Hofnähe und sind über einen Triebweg maximal 5 Minuten entfernt. Leider müssen wir einige Wege überqueren, aber auch daran haben sich die Nachbarn und andere Landwirte langsam gewöhnen müssen. „Wir lassen die Kuh raus!“ und das aus purer Überzeugung und zusätzlicher Arbeitszeitersparnis. Gerne könnt ihr mal einen Viehtrieb anschauen, normalerweise in den Sommermonaten um ca. halb fünf!

Die Weiden und Felder werden nur mit betriebseigenem Mist, Kompost und Gülle ohne Einsatz von irgendwelchen Mineraldüngern gedüngt. Niemals kommt chem. Pflanzenschutz zum Einsatz, dafür nutzen wir Striegel und Hacke, ob mit der Maschine oder auch von Hand. Die Rinder bzw. Färsen und Ochsen, welche nicht über den Hofladen oder Markt verkauft werden können und damit direkt in der nächsten Metzgerei geschlachtet, werden bereits im Kalbealter an andere Biomäster verkauft.

Sie können jederzeit, mit Rücksprache, den neuen Stall besichtigen und bei Interesse fragen!